
Lebendiges Bild - Wie oft schon habe ich versucht mehr über Berlin und Potsdam zu erfahren. Ich wollte wissen, wer dieses Schloss, jenes Gebäude gebaut hat, allerdings wurde es immer schnell langweilig. Friedrich I, Friedrich II, Wilhelm I? II? Friedrich Wilhelm... Was fehlte, war eine solide Grundlage, ein Einblick in die Menschen hinter den Namen. Und zwar ein solcher, der nicht wieder nur mit neuen Namen um sich wirft. Und genau das bietet dieses wunderbare Buch von Heinz Ohff.Die tristen Figuren werden zum Leben erweckt und abgestaubt. Man kann sich ein wenig eindenken in das Verhalten der Könige, in die Zeitzeugen. Darauf aufbauend kann man sich weiter informieren, Bücher lesen über Potsdam, über Berlin. Und statt Namen tauchen dann Menschen auf, Gesicher und Geschichten...
Viele Fakten und Geschichte(n) über Preußens Chef-Etage - Heinz Ohffs Preußens Könige ist ein Buch, dass durch seine Art sofort fasziniert und zum Weiterlesen animiert. Mit reichlich Hintergrund-Informationen wird vermittelt, wie sich Preußen vom Kurfüstentum Brandenburg zur Wiege des II. Deutschen Reiches entwickelte. Und - wie der Titel schon besagt - es geht um Preußens Könige, deren Tun und Treiben ja DIE maßgebliche Triebfeder für all das war.Auf jeden Fall ein Buch, in dem man mehr als ein Mal lesen kann...
Netter Überblick, jedoch stark an der Oberfläche - Dieses Buch gibt einen netten Überblick über die Geschehnisse innerhalb des preußischen Königshauses. Es bleibt dabei leider jedoch recht oberflächlich und flach. Trotzdem ist das Buch durch angenehm humorvolle Formulierungen leicht und flüssig zu lesen. Dieses Buch eignet sich meiner Meinung nach eher für Leser, die zwar an diesem Thema interessiert sind, jedoch nicht allzu sehr in die Tiefe gehen wollen.
Als Erstinformation wirklich sehr gut - Heinz Ohff, lange Feuilleton-Leiter des Berliner Tagesspiegel und ausgewiesener Fontane-Kenner, über den er eine hervorragende Biographie geschrieben hat, legte bereits 1999 dieses Werk über Preussens Herrscher vor. Im Gegensatz zu dem Sammelband, der im Beck-Verlag unter der Herausgeberschaft von Frank-Lothar Kroll erschienen ist, wendet sich dieser Band als Zielgruppe an Leser, die Erstinformation suchen - vergleichbar ist sein flüssiger, leicht lesbarer Stil mit Sebastian Haffners und Wolfgang Venohrs: Preußische Profile bzw. Preußen ohne Legende von Sebastian Haffner. Leicht lesbar hat Ohff einen Blick für das Wesentliche. In Anlehnung an Haffner sieht er etwa den Weitblick, mit dem Friedrich I., der erste König, nach der Königskrone griff. Mag es Prestigedenken gewesen sein, die Erringung der Königskkrone war ein Zauberwort, wie er in Anlehnung an Haffner konstatiert und begründete die Macht Preußens. Überhaupt zeichnet Ohff ein sehr differenziertes Bild der preußischen Könige. Preußen erschien geradezu der Erfinder des Militarismus, wobei man übersah, daß andere deutsche Staaten sich ebenso grimmig auf Kriege vorbereiteten....Ohne Zweifel hatten die Preußen den Militarismus als ein staatstragendes Element angesehen und gepflegt, doch zumeist sehr umsichtig angewendet. Der eigentliche Begründer der preußischen Armee, der sich den Titel Soldatenkönig verdiente [Friedrich Wilhelm I., 1713-1740, B.N.], hat so gut wie keine Kriege geführt...Sein Urenkel, Friedrich Wilhelm III., hatte ähnliche Skrupel...Einen Napoleon (oder Hitler)hat Preußen nicht hervorgebracht. Selbst Friedrich der Große, der alles wagte und das meiste gewann, war alles andere als ein Tyrann. Diese Feststellungen sind korrekt. Ebenso sticht der psychologische Falkenblick hervor, mit dem Ohff das Wesentliche vom Unwesentlichen bei seiner Darstelung der Geschichte der preußischen Könige vom Unwichtigen trennt. Dies kann nur ein ausgewiesener Kenner. Als dieser erweist sich Ohff, wie die umfangreiche Auswahlbibliographie am Schluss zeigt, die die allgemeine Geschichtswerke über Preußen ebenso aufführt wie Memoiren, wichtige Biographien. Eine Zeittafel erleichtert den chronologischen Zugang. Im Gegensatz zu Krolls Sammelband fehlt ein Stammbaum, der recht hilfreich gewesen wäre. Krolls Werk ist auch völlig anders aufgebaut und legt verstärkt Wert auch auf die Preußische Geschichte vor 1701, die bei Ohff nur gestreift wird. Bei Kroll wird jeder König durcheinen ausgewiesenen Fachmann vorgestellt. So ist Krolls Werk eher für Spezialisten interessant, allerdings schwerer lesbar als Ohffs leicht lesbar geschriebenes Werk, bei welchem der Leser dennoch das Gefühl hat, am Ende alles zu wissen und nichts wesentliches zu verpassen.Wer also sich nur kurz über die Herrschaft der preußischen Könige informieren möchte, ist mit Ohffs Werk sehr gut beraten, wer stärker in die Tiefe gehen möchte, sollte zu dem Werk: Preussens Herrscher / hrsg. von Frank-Lothar Kroll greifen. Beides jedoch sind lesbare und hervorragende Einführungen in die Geschichte der preußischen Könige, wobei in beiden Büchern aufgrund des gewählten Ansatzes, die Geschichte Preußens anhand seiner Könige zu beschrieben, der biographische Ansatz naturgemäß überwiegt. Wer stärker an Sozial-, als an Ereignisgeschichte Preußens interessiert ist, sollte zu Haffners: Preußen ohne Legende oder das Standardwerk von Schoepfs: Preußen greifen oder Wehlers: Deutsche Gesellschaftsgeschichte zu Rate ziehen.Fazit: als Ersteinführung ist Ohffs Werk sehr gut, da es das Wesentliche vom Unwesentlichen trennt, nichts wesentliches auslässt und dennoch ein umfassendes Bild der preußischen Königsgeschichte vermittelt. Daher vergebe ich die volle Punktzahl.
300 Jahre preußische Königsgeschichte in 1 Band - Heinz Ohff schreibt in der für ihn so typischen leicht feuilletonistischen Manier, mit der selbst trockene Stoffe sich spannend lesen lassen und man das Buch nicht mehr so leicht aus der Hand legt. Anekdotenreich stellt er die einzelnen preußischen Könige von Friedrich I. bis Wilhelm II. vor - ungeschminkt mit all ihren guten und schlechten Eigenschaften. Einziges Manko: Die fehlende Stammtafel im Anhang hätte das sehr übersichtlich geschriebene Buch noch abgerundet und vervollständigt.